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Hütte 35
6345 Kössen
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Öffnungszeiten

Mi, Fr: 15.00 - 18.00 Uhr
Mo, Di, Do, Sa, So: Geschlossen

Hermon's Hof | Brennerei Weingartner

DER EDELSTE BRAND

Die Obstbrennerei am Hermon's Hof in Kössen

Eveline Weingartner und ihr Mann Hermann Hintler führen gemeinsam den "Hermon's Hof" in Kössen. Das Brennen aber liegt ganz in Frauenhand: Von der Ernte über das Einmaischen bishin zum Brennen begleitet Eveline Weingartner die Früchte auf ihrem Weg ins Glas. Gemeinsam mit ihrem Mann Hermann bietet sie außerdem Pferdeschlitten- und Kutschenfahrten in die umliegende Gegend an.

AUS DER LANDSCHAFT INS GLAS

Eveline Weingartner fängt die Aromen aus dem Kaiserwinkel ein

Äpfel, Birnen, Zwetschken - das sind die heimischen Früchte in Tirol. Seit Jahrhunderten wird auf Tiroler Bauernhöfen Schnaps in kleinen Mengen aus dem selbst geernteten Obst gebrannt. Das regelt das "Abfindungs-Brennrecht", das noch aus der Zeit von Maria Theresia stammt. Eveline Weingartner aber war das nicht genug: Sie bewarb sich um das "Kleinverschluss-Brennrecht" und darf seither Obst zukaufen. So kann sie mehr Früchte verarbeiten. Das führt zu einem breiteren Angebot und insgesamt mehr Ertrag, der von Hand in kleine Glasflaschen gefüllt wird.

Frisches Obst aus der Region

Die Schnapsflaschen stehen feinsäuberlich nach Sorte geordnet in Regalen aufgereiht. An die dreißig unterschiedliche Geschmacksrichtungen bietet Eveline Weingartner in ihrem kleinen Laden in Kössen an. Der Kunde kann Ab-Hof kaufen und darf zugleich einen Blick an den Ort des Geschehens werfen. Direkt neben der Verkaufstheke glänzt es kupfern: Hier steht der große Kessel in dem Eveline Weingartner die fruchtige Vielfalt in wohlschmeckenden Schnaps verwandelt.

Heute werden nicht mehr nur Früchte aus der Region verwendet, doch Eveline Weingartner konzentriert sich vor allem auf Obst aus Österreich: Äpfel, Birnen, Zwetschken, Marillen, Kirschen, Meisterwurz, Haselnüsse, Himbeeren und Johannisbeeren werden verarbeitet - letztere auch zu Likören. Außerdem experimentiert Eveline Weingartner seit einiger Zeit mit Wacholder und stellt einen eigenen Gin aus den Tiroler Bergen her. Weiterbildung ist der gebürtigen Kössnerin ein großes Anliegen und so besucht sie immer wieder informative Kurse und Lehrgänge.

Sortentypischer Geschmack und Geruch

Es ist Zeit die Gretchenfrage zu stellen: Was macht einen guten Schnaps aus? Die Antwort ist einfach: Das Aroma. Besonders wichtig ist, dass der Schnaps ein sortentypisches Aroma hat. Vereinfacht ausgedrückt, soll er nach dem schmecken, was drin ist. Und wie gelingt der Brennerin das? Eveline Weingartner führt die wichtigsten Punkte an: Zum einen muss das verarbeitete Obst besonders aromatisch sein, dazu muss es im richtigen Reifestadium geerntet werden. Weiters muss es sauber verarbeitet werden, deshalb muss in der Brennerei sehr hygienisch gearbeitet werden.

Am Anfang steht das Einmaischen: Die Früchte werden zerkleinert und in Fässern mit Hefe vergoren. Nach circa drei Wochen ist aus dem Zucker der Früchte Alkohol geworden, der in Folge destilliert werden kann. Dazu wird der Kessel eingeheizt - wahlweise mit Holz oder Strom - und die Maische wird erhitzt bis Alkohol und Wasser ab circa 60 Grad verdampfen. Der erste Brennvorgang geht sehr rasant. Die Maische wird erhitzt, das Destillat steigt auf, wird abgekühlt und heraus kommt: Das Rauhwasser. Dieses ist noch nicht trinkbar, sondern eine Vorstufe auf dem Weg zum edlen Brand.

Das Herzstück gewinnen

Der zweite Brennvorgang ist entscheidend: Das Rauhwasser wird in den Kessel gefüllt und ein zweites Mal destilliert. Jetzt kommt es ganz auf das Gefühl von Eveline Weingartner an. Durch ihre Erfahrung und den Einsatz aller Sinne - vor allem Geruchs- und Geschmackssinn - ist sie in der Lage den sogenannten Mittellauf von Vor- und Nachlauf zu trennen. Nur das Herzstück ist genießbar. Nur das Herzstück darf in die Flaschen gefüllt werden und in Zukunft das Herz ihrer Kunden erfreuen.

Die Kunden von Eveline Weingartner kommen aus Nah und Fern, um die vielfach prämierten Schnäpse aus Kössen zu erwerben. Und sie kommen nicht nur deshalb: Viele buchen zugleich eine Kutschen- oder Pferdeschlittenfahrt. Insgesamt vier Pferde leben auf dem Hermon's Hof - immer zwei davon werden eingespannt. Schon heißt es aufsitzen. Im Trab geht es munter dahin. Gerne erläutert Hermann Hintler seinen Gästen die umliegende Landschaft, erzählt Geschichten aus der Umgebung. So gewinnt er die Herzen seiner Passagiere.

Ein Stück Tirol für zu Hause

Die Gäste erleben die Tiroler Berglandschaft von der Kutsche aus - im Winter, wie im Sommer werden im Anschluss gerne die "Herzstücke" aus der Brennerei verkostet. Der hochwertige Edelbrand wird in langstieligen Gläsern serviert. Wer sich eine Flasche Schnaps mit nach Hause nimmt und seine Nase in das Glas hält, den Geruch von Äpfeln, Birnen und Zwetschken wahrnimmt, der weiß, dass er sich mit einer Flasche Tiroler Schnaps auch ein Stück der Tiroler Landschaft eingepackt hat.